Engpässe in der Pipeline finden und beseitigen – Advanzo Blog
Pipeline-Management

Engpässe in der Pipeline finden und beseitigen

Wo bleiben Deals in der Pipeline stecken? So erkennst du Engpässe anhand klarer Signale und löst sie gezielt auf.
Sabine Keller
4 Min. Lesezeit

Eine Verkaufspipeline ist selten an allen Stellen gleich verstopft. Meistens gibt es ein, zwei Phasen, in denen Deals reihenweise hängen bleiben, während der Rest des Prozesses sauber läuft. Genau diese Stellen kosten am meisten: Sie binden Zeit, verzerren die Prognose und sorgen dafür, dass gute Gelegenheiten verfallen, ohne dass jemand bewusst Nein gesagt hätte. Wer einen Engpass früh erkennt, gewinnt selten durch mehr Aufwand, sondern durch gezieltes Eingreifen an der richtigen Stelle.

Was ein Engpass überhaupt ist

Ein Engpass ist nicht einfach eine Phase mit vielen Deals. Es ist eine Phase, in der Deals länger bleiben, als sie sollten, und aus der überdurchschnittlich viele wieder herausfallen, ohne abzuschliessen. Eine gut gefüllte Pipeline kann gesund sein. Eine Phase, in der Chancen reihenweise altern und still versanden, ist es nicht.

Typische Anzeichen, dass du es mit einem echten Engpass zu tun hast:

  • Die durchschnittliche Verweildauer in einer Phase ist deutlich höher als in den übrigen.
  • Viele Deals kommen in eine Phase hinein, aber nur wenige gehen weiter.
  • Die Conversion-Rate von einer Phase zur nächsten bricht spürbar ein.
  • Folgeaufgaben fehlen oder liegen seit Wochen ohne nächsten Schritt.

So findest du die richtige Stelle

Bevor du etwas änderst, brauchst du Klarheit darüber, wo genau es klemmt. Drei Kennzahlen reichen für den Anfang vollkommen aus.

1. Verweildauer pro Phase

Miss, wie viele Tage ein Deal im Schnitt in jeder Phase verbringt. Eine Phase «Angebot versendet», in der Deals durchschnittlich 28 Tage liegen, während alle anderen Phasen bei drei bis fünf Tagen stehen, ist ein klares Signal. Hier wartet niemand auf den Kunden, hier wartet der Prozess auf niemanden.

2. Übergangsrate zwischen den Phasen

Schau dir an, welcher Anteil der Deals von einer Phase in die nächste wechselt. Fällt die Rate von «Erstgespräch» zu «Bedarf qualifiziert» auf 30 Prozent, qualifizierst du entweder zu lasch ein oder das Erstgespräch liefert nicht die nötigen Informationen.

3. Alter der offenen Deals

Sortiere die offenen Deals nach ihrem Alter. Häufen sich die ältesten alle in derselben Phase, hast du deinen Engpass meist schon gefunden.

Ein Engpass ist selten ein Personenproblem. Fast immer ist es ein Prozess, der an einer Stelle keinen klaren nächsten Schritt vorsieht.

Häufige Ursachen und was hilft

Hat sich die Phase eingegrenzt, lohnt sich der Blick auf die Ursache. In der Praxis tauchen einige Muster immer wieder auf.

  • Unklare Übergabekriterien: Niemand weiss genau, wann ein Deal als «qualifiziert» gilt. Lösung: pro Phase zwei bis drei harte Kriterien definieren, die erfüllt sein müssen.
  • Fehlende Nachfassung: Nach dem Angebot passiert nichts mehr. Lösung: einen festen Rhythmus mit klaren Folgeterminen etablieren, statt auf eine Antwort zu hoffen.
  • Zu früh ins Angebot: Es wird offeriert, bevor Budget und Entscheidungsweg geklärt sind. Lösung: die Qualifizierung ernst nehmen, auch wenn das kurzfristig die Pipeline schmaler macht.
  • Verlorener Kontext: Wer nach zwei Wochen einen Deal wieder aufnimmt, erinnert sich nicht mehr an das letzte Gespräch. Lösung: Gesprächsnotizen und Zusammenfassungen direkt am Deal festhalten.

Wichtig ist, jeweils nur eine Sache zu ändern und die Wirkung über ein paar Wochen zu beobachten. Wer fünf Stellschrauben gleichzeitig dreht, weiss am Ende nicht, was tatsächlich geholfen hat.

Klein anfangen, regelmässig prüfen

Engpässe sind keine einmalige Aufräumaktion. Sie verschieben sich, sobald du eine Stelle entlastest. Lösst du den Stau beim Nachfassen, taucht er vielleicht als Nächstes bei der Vertragsverhandlung auf. Deshalb lohnt sich ein kurzer, fester Rhythmus: einmal pro Woche fünf Minuten auf die drei Kennzahlen schauen und prüfen, wo sich Deals stauen.

Genau dafür braucht es kein riesiges Reporting-Projekt. Es braucht eine Pipeline, die ihre eigenen Stauzonen sichtbar macht, und ein Team, das den Blick darauf zur Routine macht.

Wir bei Advanzo bauen unser KI-gestütztes CRM nach dem Grundsatz «remove complexity, not add it». Verweildauer, Übergangsraten und alternde Deals sind direkt sichtbar, das «Deal-Scoring» weist auf Chancen hin, die Aufmerksamkeit brauchen, und Gesprächszusammenfassungen sorgen dafür, dass beim Wiederaufnehmen eines Deals kein Kontext verloren geht. Die Daten liegen dabei in der Schweiz, und der Preis bleibt eine faire Flatrate, damit der Fokus dort bleibt, wo er hingehört: beim Beseitigen der Engpässe, nicht beim Bedienen des Werkzeugs.

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