
Workflows im CRM: einfache Automatisierung, die heute schon läuft
Automatisierung im Vertrieb klingt oft nach grossen Projekten: Flowcharts, Bedingungen, drei Tools und ein Berater. Dabei beginnt sie viel kleiner – mit Workflows: einfachen Wenn-dann-Regeln, die in Advanzo heute schon laufen. Ein Auslöser, eine Aktion, fertig. Neuer Deal? Aufgabe erstellen. Anruf verpasst? Rückruf-Aufgabe anlegen. Deal gewonnen? E-Mail auslösen.
Dieser Beitrag zeigt, was Workflows in Advanzo können, welche Regeln sich für KMU zuerst lohnen und wo die bewusste Grenze der einfachen Automatisierung liegt. Er richtet sich an Teams, die keine Automatisierungs-Expertise haben – und auch keine brauchen sollen: Alles hier Beschriebene richtest du ohne technisches Vorwissen in Minuten selbst ein.
Was sind Workflows in Advanzo?
Workflows sind einfache Automatisierungsregeln nach dem Muster «Wenn X passiert, tue Y»: genau ein Auslöser, genau eine Aktion. Du richtest sie in den Einstellungen unter Workflows ein, und ab dann laufen sie zuverlässig im Hintergrund – ohne dass jemand daran denken muss.
Der Charme liegt in der Einfachheit: Jede Regel ist in einem Satz erklärbar, jedes Teammitglied versteht auf Anhieb, warum eine Aufgabe aufgetaucht ist. Genau das unterscheidet gepflegte Workflows von den undurchschaubaren Automatisierungs-Gebilden, die in grossen Plattformen gerne entstehen – und die dann niemand mehr anzufassen wagt.
Welche Auslöser und Aktionen gibt es?
Als Auslöser dienen die typischen Ereignisse im CRM-Alltag:
- Kontakt, Firma oder Deal erstellt – ideal für Begrüssungs- und Erstkontakt-Routinen.
- Phase oder Status geändert – der Klassiker: Ein Deal wandert in die nächste Pipeline-Phase.
- Dokumentstatus geändert – etwa wenn eine Offerte angesehen oder angenommen wurde.
- Anruf verpasst – damit kein Rückruf vergessen geht.
Auf der Aktionsseite stehen unter anderem:
- Aktivität erstellen – eine Aufgabe oder Erinnerung mit Verantwortlicher Person und Termin.
- E-Mail senden – zum Beispiel eine interne Benachrichtigung oder eine vorbereitete Nachricht.
- Webhook auslösen – um andere Systeme anzustossen, etwa eine Buchhaltung oder ein Projekttool.
- Deal als gewonnen oder verloren markieren – für Aufräum- und Abschluss-Routinen.
Aus diesen Bausteinen entstehen erstaunlich viele nützliche Regeln – die vollständige Funktionsübersicht von Advanzo findest du auf der Funktionen-Seite.
Welche Workflows lohnen sich zuerst?
Starte mit Regeln, die vergessene Arbeit verhindern. Sechs Rezepte, die sich bei KMU bewährt haben:
- Neuer Deal → Aufgabe «Erstkontakt innert 24 h»: Keine Anfrage bleibt liegen – die häufigste und wirksamste Regel überhaupt.
- Phase «Offerte verschickt» → Aufgabe «Nachfassen in 5 Tagen»: Das Follow-up entsteht im Moment des Versands, nicht erst, wenn es jemandem einfällt.
- Anruf verpasst → Rückruf-Aufgabe: Wer zurückruft, gewinnt – besonders, wenn es zuverlässig am selben Tag passiert.
- Offerte angenommen → interne E-Mail ans Team: Alle wissen sofort Bescheid, das Onboarding kann starten.
- Deal gewonnen → Aufgabe «Referenz anfragen in 30 Tagen»: Der beste Zeitpunkt für Referenzen kommt nie von allein.
- Deal gewonnen → Webhook an die Rechnungsstellung: Der Abschluss stösst den nächsten Prozess an, ohne Doppelerfassung.
Wichtig: Führe Regeln einzeln ein und beobachte eine Woche, ob sie sich richtig anfühlen. Automatisierung soll Arbeit ersparen, nicht Aufgabenberge produzieren.
Was bringt einfache Automatisierung konkret?
Drei Dinge: Verlässlichkeit, Tempo und Kopffreiheit. Verlässlichkeit, weil Routinen nicht mehr von Erinnerungsvermögen abhängen – die Rückruf-Aufgabe entsteht auch am hektischsten Freitag. Tempo, weil Reaktionen sofort angestossen werden: Wer Anfragen innert Stunden statt Tagen beantwortet, gewinnt messbar öfter. Und Kopffreiheit, weil dein Team sich auf Gespräche konzentriert statt auf Verwaltung.
Der Effekt ist bei kleinen Teams am grössten. Ein Fünf-Personen-Betrieb hat keine Vertriebsassistenz, die Liegengebliebenes einsammelt – dort ersetzen sechs gute Workflows genau diese Rolle. Und weil jede Regel nur einen Schritt automatisiert, bleibt die Kontrolle vollständig beim Team: Die Aufgabe erscheint, aber ein Mensch erledigt sie.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
Drei Muster sehen wir immer wieder:
- Zu viel aufs Mal: Wer am ersten Tag fünfzehn Regeln aktiviert, produziert eine Aufgabenflut, die das Team ignoriert. Beginne mit zwei, drei Regeln und baue aus.
- Automatisieren statt aufräumen: Ein unklarer Prozess wird durch Workflows nicht besser, nur schneller. Erst Phasen und Zuständigkeiten klären, dann automatisieren.
- Regeln ohne Besitzer: Jede Regel braucht jemanden, der sie kennt und pflegt. Ein kurzes Review pro Quartal reicht: Feuert die Regel noch richtig? Braucht es sie überhaupt noch?
Wie richtest du einen Workflow ein?
In wenigen Minuten, direkt im Workspace: Einstellungen öffnen, Workflows wählen, neue Regel anlegen. Dann definierst du den Auslöser (zum Beispiel «Deal wechselt in Phase Verhandlung»), wählst die Aktion (zum Beispiel «Aufgabe erstellen») und legst die Details fest – Titel, zuständige Person, Frist.
Zwei Tipps aus der Praxis: Gib Workflow-Aufgaben ein erkennbares Namensschema (etwa ein Präfix wie «Auto:»), damit das Team sie von Hand angelegten Aufgaben unterscheiden kann. Und dokumentiere jede Regel in einem Satz – wer später aufräumt, wird es dir danken.
Bevor du automatisierst, sollte der Prozess selbst stehen: Was in keiner klaren Pipeline-Logik abgebildet ist, wird durch Automatisierung nur schneller chaotisch. Wie du deinen Vertriebsprozess sauber dokumentierst, zeigt unser Beitrag Deinen Vertriebsprozess dokumentieren, bevor du ihn automatisierst.
Warum bewusst einfach: ein Auslöser, eine Aktion?
Weil einfache Regeln gepflegt werden und komplexe Regeln verwaisen. Ein Workflow mit einem Auslöser und einer Aktion ist jederzeit nachvollziehbar: Du siehst sofort, welche Regel gefeuert hat und warum. Mehrstufige Sequenzen mit Verzweigungen dagegen werden schnell zur Blackbox – und im schlimmsten Fall schreiben sie Kunden an, ohne dass jemand hinschaut.
Diese Grenze ist in Advanzo bewusst gesetzt: Workflows erledigen die deterministische Routine, mehr nicht. Für alles, was Urteilsvermögen braucht, gibt es einen anderen Mechanismus – dazu gleich. Und für die Zukunft gilt: Ein visueller Automations-Builder mit KI-Copilot ist in Entwicklung.
Workflows oder Autopilot – was wofür?
Die Faustregel: Workflows für Regeln, Autopilot für Urteile. Ein Workflow feuert immer gleich – perfekt für Routinen, bei denen es nichts abzuwägen gibt. Der Autopilot dagegen analysiert Kontext (etwa eingehende E-Mails auf offenen Deals) und macht Vorschläge: einen Antwortentwurf, eine Aufgabe, einen Phasenwechsel, eine Risiko-Markierung. Jeder Vorschlag zeigt die KI-Begründung, und du entscheidest per Klick: annehmen, anpassen oder verwerfen.
Der wichtigste Unterschied zur Automatisierung im klassischen Sinn: Der Autopilot sendet nie automatisch E-Mails – das ist durch Richtlinie gesperrt, jede E-Mail braucht deine manuelle Freigabe. Workflows und Autopilot ergänzen sich damit sauber: Die Regel erstellt zuverlässig die Aufgabe, die KI hilft beim Inhalt. Mehr zum Freigabe-Prinzip auf der Autopilot-Seite.
In der Praxis heisst das oft: Der Workflow erstellt nach dem Offertenversand die Nachfass-Aufgabe, und wenn die Antwort des Kunden eintrifft, schlägt der Autopilot dazu einen passenden Antwortentwurf vor. Regel und Urteil arbeiten Hand in Hand – jedes Werkzeug dort, wo es stark ist.
Häufige Fragen (FAQ)
Was können Workflows in Advanzo?
Einfache Wenn-dann-Regeln mit einem Auslöser und einer Aktion: Bei Ereignissen wie «Deal erstellt», «Phase geändert», «Dokumentstatus geändert» oder «Anruf verpasst» wird automatisch eine Aktivität erstellt, eine E-Mail gesendet, ein Webhook ausgelöst oder ein Deal als gewonnen/verloren markiert.
Kann ich mehrstufige Sequenzen oder Drip-Kampagnen bauen?
Nein, Workflows sind bewusst auf eine Aktion pro Auslöser beschränkt – das hält sie verständlich und wartbar. Ein visueller Automations-Builder mit KI-Copilot ist in Entwicklung.
Sind Workflows im Preis inbegriffen?
Ja, Workflows gehören zum Funktionsumfang von Advanzo und brauchen kein Add-on. Advanzo startet kostenlos bis 25 Deals; danach CHF 25 pro Nutzer/Monat (Plus) oder CHF 350 pro Monat pauschal (Pro Unlimited) – Details auf der Preisseite.
Verschickt Advanzo durch Workflows E-Mails an Kunden, ohne dass ich es merke?
Nur, wenn du eine Regel explizit so einrichtest – und das solltest du sparsam tun. Die KI-Funktionen (Autopilot) senden grundsätzlich nie automatisch: Dort ist der Versand durch Richtlinie gesperrt und braucht immer deine Freigabe.
Funktionieren Workflows auch mit meiner E-Mail-Anbindung?
Ja. Advanzo synchronisiert Postfächer über Gmail, Outlook und IMAP; Workflows reagieren auf CRM-Ereignisse wie Deal- und Phasenänderungen unabhängig davon, welche Anbindung du nutzt. So landet die Korrespondenz am Deal, und die Regeln sorgen dafür, dass daraus die richtigen nächsten Schritte entstehen.
Wie viele Workflows sollte ein KMU einrichten?
Weniger, als du denkst: Fünf bis acht gepflegte Regeln decken bei den meisten Teams die wichtigsten Routinen ab. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern dass jede Regel eine echte, wiederkehrende Handlung ersetzt.
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